Depotwechsel / Depotübertrag

Viele interessierte Trader stellen sich bei der Suche nach einem günstigeren Broker die Frage, ob beim Depotwechsel vom bisherigen Broker zum neuen Broker zusätzliche Gebühren entstehen. Diese Frage kann man mit einem „Nein“ beantworten, denn der Bundesgerichtshof entschied in einem Urteil vom 30.11.2004 (AZ: XI ZR 200/03 und XI ZR 49/04), dass Banken für einen Depotwechsel keine Gebühren verlangen dürfen. Die Herausgabe der Wertpapiere an den jeweiligen Kunden sei keine Dienstleistung, sondern vielmehr die gesetzliche Pflicht der Banken. Somit spielt es keine Rolle, ob Sie Ihr altes Depot gleichzeitig auflösen, oder weiterführen.

Grundsätzlich gilt die kostenlose Depotübertragung auch bei Fondsgesellschaften und Fondsplattformen. Ebenso ist es nicht wichtig, ob die Wertpapierübertragung bei Depotschließung oder bei einer fortgesetzten Geschäftsverbindung stattfindet.

Trotz des Urteils des Bundesgerichtshofs, versuchen einige Banken auf die Unwissenheit der Kunden zu hoffen, und stellen die Gebühren für einen Depotwechsel trotzdem in Rechnung. In einem solchen Fall sollten Sie auf Ihr Recht bestehen und mit dem Verweis auf das BGH-Urteil Ihr Geld zurückverlangen.

Die Unzulässigkeit der Gebühren ist rückwirkend. Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre. Wenn dieser Zeitraum überschritten wurde, dürfen die Banken Ihr Geld behalten.

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